Hörverlust steigert das Demenzrisiko

Das Risiko für eine spätere Demenzentwicklung hängt von einigen Faktoren im Leben ab. Viele können wir leider gar nicht beeinflussen. Unter den Faktoren, die noch unter unserem Einfluss stehen, ist ein unbehandelter Hörverlust, auch wenn er schon im mittleren Lebensabschnitt auftritt, der größte Risikofaktor für eine spätere Demenz. 

Bei einem Hörverlust nimmt das Hirnvolumen in den Hörzentren ab

Wenn weniger akustische Reize eingehen aufgrund des Hörverlustes, dann bauen sich Nervenverbindungen in den Bereichen des Gehirns zuerst ab, die für die Verarbeitung solcher Signale zuständig wären. Diese Volumenabnahme ist sogar messbar, wie die Grafik zeigt. Dabei wurde das Volumen der grauen Hirnmasse im linken bzw. rechten auditorischen Kortex (den Hörzentren) gemessen und gegen den zugrunde liegenden Hörverlust (in dB) auf der X-Achse aufgetragen. Man erkennt klar eine Abnahme in Abhängigkeit des Hörverlustes, d.h. je hochgradiger der Verlust (40 dB statt 10 dB), desto stärker war eine Volumenabnahme zu verzeichnen.

Quelle: Peelle JE, Wingfield A., 2016. The Neural Consequences of Age-Related Hearing Loss.
Trends Neurosci.

Mit einem Hörverlust nimmt die geistige Kapazität schneller ab als ohne

Bei einem unbehandeltem Hörverlust leiden die geistigen Fähigkeiten schneller im Laufe der Jahre, als bei intaktem Gehör. Die Grafik zeigt genau dies: die gestrichelte Linie der Patienten mit Hörverlust fällt deutlich schneller ab im Laufe von 10 Jahren (x-Achse), als die Linie darüber, wenn das Gehör noch intakt ist. Gemessen wurde dabei mittels des sogenannten Mini-Mental State Exam-Revised (3MS-R), ein Testverfahren zur Einschätzung der geistigen Stabilität oder eventueller Demenzentwicklung. 

Quelle: Gurgel RK et al., 2014. Relationship of hearing loss and dementia: a prospective, population-based study. Otol Neurotol.

Das Demenzrisiko steigt mit dem Grad der Schwerhörigkeit an

Aus mehreren Studien zusammen lässt sich ableiten, dass das Risiko später an Demenz zu erkranken nicht nur erhöht ist durch einen unbehandelten Hörverlust, sondern sogar linear ansteigt je nach Schwere des Hörverlustes. Dabei steigt das Risiko mit jeden 10 dB Hörverlust um weitere 1,3-fach an.

Quellen: 

Lin, FR et al., 2011. Hearing loss and incident dementia. Arch. Neurol.
Lin, F. R. et al., 2013. Hearing loss and cognitive decline in older adults. JAMA Intern Med.
Deal, J. A. et al., 2017. Hearing impairment and incident dementia and cognitive decline in older adults: The Health ABC Study. J Gerontol A Biol Sci Med Sci

Die Gefahr für geistigen Abbau und Demenz wird auf mehreren Wegen durch einen Hörverlust gesteigert

Inwiefern der Hörverlust eine mögliche direkte Ursache für das erhöhte Demenzrisiko ist, wird in der Wissenschaft noch debattiert. Der klare Zusammenhang steht mittlerweile außer Frage. Eine Hypothese ist in dieser Abbildung zusammengefasst. Hier arbeitet der Hörverlust auf zwei parallelen Wegen: 
(i) Zum einen führt das Nicht-Verstehen und die damit verbundene Kommunikationsschwäche häufig zum Zurückziehen in eine Art soziale Isolation. Eine Folge daraus kann die Entwicklung depressiver Störungen sein, die selbst als Risikofaktor für Demenz gelten. 
(ii) Zum anderen führen die fehlenden akustischen Signale zu einer geringeren Aktivität in den Hörzentren im Gehirn und letztlich zu einem Abbau der Nervenverbindungen. Diese Umstrukturierung ist wahrscheinlich der Grund für das erhöhte Risiko an Demenz zu erkranken. Ein Hörsystem würde damit zugleich auf beiden Wegen der Demenzentwicklung entgegenwirken. 


Die richtige Hörversorgung kann geistige Fitness steigern

Es gibt einige Studien, die sich mit dem Thema der Intervention auseinandersetzen, also der Frage, ob eine Hörversorgung den geistigen Abbau bremsen kann. Patienten mit einem Hörverlust schnitten bei einem Vergleich mit gesunder Kontrollgruppe in ihrer geistigen Leistung schlechter ab (grüne Balken). Allerdings war die Leistung ohne Hörversorgung (rechts) deutlich schlechter, während die Patienten mit Hörgeräten (links) nur wenig schlechter waren als die gesunden Probanden. Auch das Gefühl der Depression (blaue Balken) war ohne eine Hörversorgung deutlich schlimmer als mit Hörgeräten.

Quelle: Castiglione A et al., 2016. Aging, Cognitive Decline and Hearing Loss: Effects of Auditory Rehabilitation and Training with Hearing Aids and Cochlear Implants on Cognitive Function and Depression among Older Adults. Audiol Neurootol. 

Wie kann ich diesem Abbau vorbeugen?

Wenn auch Sie jede Chance ergreifen wollen, eventuelle Neurodegeneration zu bremsen und Ihr Risiko für Demenz zu mindern, lassen Sie Ihr Gehör testen!

Wenn Sie unter Hörverlust leiden, lassen Sie sich beraten, welche die optimale und individuelle Lösung für Sie ist. Lassen Sie einen Hörverlust nicht unbehandelt!

Vermeiden Sie die unnötigen Risiken eines möglicherweise schnelleren geistigen Abbaus. Ergreifen Sie die einfache Lösung einer neuronalen Hörversorgung für Ihre geistige Gesundheit.