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    Alltag mit Hörgeräten · 25. Oktober 2026
    Aktualisiert: Oktober 2026

    Hörgerät und Brille: So finden beide ihren Platz

    Hörgerät und Brillenbügel hinter dem Ohr eines Mannes

    Foto: Mark Paton / Unsplash

    Beides gehört zu Ihrem Alltag

    Die Brille und das Hörgerät sollen Sie durch den Alltag begleiten, ohne zu drücken. Manchmal rutscht das Gerät beim Abnehmen der Brille mit, manchmal stört ein Bügel oder eine Mütze. Das heißt nicht, dass beides nicht zusammenpasst. Schauen Sie genauer hin: Wo drückt es, bei welcher Bewegung passiert es und wie liegen Brille und Gerät am Ohr?

    Dieser Ratgeber zeigt praktische Möglichkeiten für den Alltag. Es gibt keine Reihenfolge und keine Bauform, die für jedes Ohr gleichermaßen richtig ist. Entscheidend sind Ihr Hörbedarf, Ihre Ohrform, Ihre Brille und eine sorgfältige Anpassung. Sie sollen weder ständig am Gerät ziehen noch auf Ihre gewohnte Brille verzichten müssen. Nehmen Sie Beschwerden ernst und lassen Sie den Sitz prüfen, statt Druckstellen einfach auszuhalten.

    Hinter dem Ohr ist Platz – aber individuell unterschiedlich

    Bei einem Hinter-dem-Ohr-Gerät sitzt das Gehäuse hinter der Ohrmuschel. Der Schall gelangt je nach Bauform über einen Schlauch oder einen dünnen Draht mit Hörer zum Gehörgang. Auch der Brillenbügel liegt dort. Ein schlankes Gehäuse kann die Kombination erleichtern; seine Größe allein sagt jedoch wenig über den tatsächlichen Tragekomfort aus. Ein kurzer Blick im Spiegel hilft, ersetzt aber nicht die Prüfung bei Bewegung.

    Im-Ohr-Hörgeräte liegen im Gehörgang oder in der Ohrmuschel und beanspruchen weniger Platz hinter dem Ohr. Sie kommen allerdings nicht für jede Hörsituation und jedes Ohr infrage. Auch Handhabung, Belüftung und notwendige Verstärkung spielen eine Rolle. Treffen Sie die Wahl deshalb nicht allein anhand eines Fotos. Bei einer Erprobung lässt sich feststellen, ob eine Bauform zu Ihnen passt und sich zusammen mit Ihrer Brille sicher bedienen lässt.

    Ihre Brille kommt mit zum Anpassungstermin

    Bringen Sie Ihre meistgetragene Brille mit, nicht nur ein selten benutztes Ersatzmodell. Wenn Sie zwischen Lese-, Gleitsicht- und Sonnenbrille wechseln, ist auch diese Information wichtig. Breite, Länge und Krümmung der Bügel verändern den verfügbaren Platz. Ein Gerät, das ohne Brille bequem sitzt, sollte deshalb zusätzlich mit Ihrer Alltagsbrille geprüft werden.

    Zeigen Sie im Termin, wie Sie die Brille aufsetzen und abnehmen. Sprechen, kauen und drehen Sie den Kopf. Beschreiben Sie typische Situationen: Lesen auf dem Sofa, Autofahren, ein Spaziergang mit Mütze oder die Arbeit am Bildschirm. Die Hörakustik prüft den Gerätesitz und gegebenenfalls Verbindung, Hörer oder Ohrstück. Anpassungen am Brillenbügel gehören in die Hände Ihres Optikbetriebs. So wird nicht am falschen Teil nachgebessert.

    Aufsetzen und Abnehmen in Ruhe üben

    Beginnen Sie über einer weichen Unterlage, damit ein herunterfallendes Hörgerät geschützt ist. Manche Menschen setzen zunächst das Hörgerät ein und legen danach den Bügel vorsichtig daneben. Andere kommen mit der umgekehrten Reihenfolge besser zurecht. Probieren Sie beides unter Anleitung. Wichtig ist, dass der Bügel nicht auf dem Gehäuse aufliegt und das dünne Kabel nicht eingequetscht wird.

    Beim Abnehmen der Brille führen Sie die Bügel bewusst vom Ohr weg. Vermeiden Sie eine schnelle Bewegung nach oben, die das Gehäuse mitziehen könnte. Halten Sie das Hörgerät bei Bedarf mit der anderen Hand leicht an seiner vorgesehenen Position. Ziehen Sie nicht am Kabel oder Schlauch. Wiederholen Sie die Bewegung langsam, bis sie vertraut ist. Eine einfache Handbewegung, die zu Ihrer Beweglichkeit passt, ist hilfreicher als eine vermeintlich perfekte Technik.

    Die oben dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Unabhängig davon beraten wir Sie gerne individuell zu Ihrem Hörvermögen.

    Druck, Rutschen und Pfeifen unterscheiden

    Druck kann vom Brillenbügel, vom Gehäuse oder vom Ohrstück ausgehen. Notieren Sie möglichst genau, wo Sie ihn spüren und nach welcher Tragezeit. Rote Haut, Schmerzen oder eine wunde Stelle sind kein Trainingsziel. Lassen Sie die Ursache zeitnah prüfen. Biegen Sie das Hörgerät nicht selbst und verwenden Sie keine improvisierten Klebestreifen im Gehörgang.

    Pfeifen ist ebenfalls nicht automatisch ein Brillenproblem. Es kann beispielsweise mit dem Sitz des Ohrstücks, einer Schallrückkopplung oder einem verstopften Filter zusammenhängen. Ein Bügel, eine Mütze oder ein Telefon dicht am Mikrofon kann die Situation zusätzlich verändern. Bei wiederholtem Pfeifen sollten Einstellung und Sitz überprüft werden. Plötzliche Hörveränderungen, Ohrenschmerzen oder Ausfluss gehören zur ärztlichen Abklärung, nicht allein zur Geräteanpassung.

    Mütze, Telefon und Sonnenbrille mitdenken

    Im Winter kommen hinter dem Ohr weitere Einflüsse hinzu. Eine eng sitzende Mütze kann gegen Mikrofone drücken und Reibegeräusche verursachen. Setzen Sie sie vorsichtig auf und beobachten Sie, ob sich der Gerätesitz verändert. Für Telefonate kann eine andere Haltung oder eine passende direkte Tonübertragung hilfreich sein. Nicht jedes Hörgerät verbindet sich mit jedem Telefon; lassen Sie die Möglichkeiten für Ihre Kombination erklären.

    Eine Sonnenbrille mit kräftigen Bügeln kann anders sitzen als Ihre Lesebrille. Prüfen Sie deshalb auch Wechsel, die im Alltag häufig vorkommen. Nach dem Sport oder einem Spaziergang können Schweiß und Feuchtigkeit eine zusätzliche Pflege nötig machen. Folgen Sie dafür der Geräteanleitung. Eine gute Kombination ist nicht nur im Beratungsraum bequem, sondern bleibt auch bei Ihren üblichen Handgriffen zuverlässig.

    Eine kleine Prüfung vor dem nächsten Termin

    Probieren Sie die Kombination an verschiedenen Tagen aus, ohne etwas am Gerät zu verändern. Setzen Sie Ihre Brille am Tisch auf, lesen Sie ein paar Seiten und stehen Sie anschließend auf. Prüfen Sie, ob der Bügel dabei verrutscht oder das Hörgerät seine Position verändert. Beim Anziehen einer Jacke können Kragen und Schal ebenfalls an die Stelle hinter dem Ohr kommen. Solche Beobachtungen sind für die Anpassung oft hilfreicher als eine allgemeine Aussage über Komfort.

    Auch beim Friseurbesuch und beim Wechsel zwischen Sonnen- und Lesebrille lohnt sich Aufmerksamkeit. Nehmen Sie das Hörgerät nur so heraus, wie es Ihnen gezeigt wurde, und legen Sie es sicher ab. Fragen Sie, ob ein Sicherungszubehör für Ihre Situation geeignet ist; nicht jedes Zubehör passt zu jeder Bauform. Wenn Sie Unterstützung beim Einsetzen benötigen, kann eine vertraute Person beim nächsten Termin mitüben. Eine gemeinsam verstandene Handhabung ist besonders wertvoll, wenn einzelne Fingerbewegungen schwierig sind.

    Gemeinsam eine passende Lösung finden

    Wenn Sie aus Feuchtwangen, Ansbach, Crailsheim oder Ellwangen nach Dinkelsbühl kommen, lohnt sich eine kleine Vorbereitung. Legen Sie die häufig benutzten Brillen bereit und notieren Sie zwei oder drei Situationen, in denen die Kombination stört. Ein Foto der Druckstelle kann helfen, wenn diese beim Termin nicht mehr sichtbar ist. Bitte bringen Sie auch Ihre vorhandenen Hörgeräte und deren Zubehör mit.

    Im Hörzentrum Offenbecher besprechen wir Ihre Hörsituationen und die Handhabung. Die Brille ist dabei Teil Ihres Alltags und kein nebensächliches Detail. Ziel ist eine individuell erprobte Lösung, nicht ein pauschales Versprechen. Ein Verstehtest® kann außerdem helfen, Ihr Sprachverstehen persönlich einzuordnen. Veränderungen werden gemeinsam geprüft, damit Sie wissen, welche Schritte sinnvoll sind und welche Fragen zusätzlich der Optikbetrieb oder die Ohrenarztpraxis beantworten sollte.

    Häufige Fragen

    Kann ich ein Hörgerät mit Brille tragen?

    In vielen Fällen ja. Ohrform, Brillenbügel, Hörgerätebauform und individueller Sitz müssen gemeinsam geprüft werden.

    Was setze ich zuerst auf?

    Das ist individuell. Üben Sie beide Reihenfolgen unter Anleitung, ohne Kabel oder Gehäuse einzuklemmen.

    Ist ein Im-Ohr-Gerät immer besser für Brillenträger?

    Nein. Es lässt Platz hinter dem Ohr, passt aber nicht zu jedem Hörbedarf oder Gehörgang.

    Was tun bei einer Druckstelle?

    Lassen Sie den Sitz zeitnah prüfen. Schmerzen oder wunde Haut sollten nicht ausgehalten werden.

    Quellen und weitere Informationen

    Die Hinweise sind allgemein. Modellbezogene Angaben, Pflege und Zubehör richten sich nach der jeweiligen Herstelleranleitung.

    Phonak: Anleitungen und UnterstützungBritischer Gesundheitsdienst: Hörgeräte und ihre Grenzen

    Die oben dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Unabhängig davon beraten wir Sie gerne individuell zu Ihrem Hörvermögen.

    Hörzentrum Offenbecher · Philipp F. Offenbecher, Hörakustikmeister · Dinkelsbühl